Emotionen und Verbitterung bei den Betroffenen seien nur allzu verständlich. Das Ergebnis des Bürgerentscheides sei jedoch unumkehrbar und müsse von allen respektiert werden. Es gelte jetzt mit vielen kleinen Schritten und der angestrebten kleinen Weilbacher Ortsumfahrung die Verkehrssituation so weit wie möglich zu lindern. Alle Flörsheimer Parteien hätten mit gemeinsamen Anträgen ihre Bereit-schaft zu gemeinsamen Lösungen bewiesen, erklärt Gerd Mehler weiter.
Zu den erforderlichen Maßnahmen gehöre, den Verkehr in Weilbach auch für die Fußgänger sicherer zu machen und den Verkehrsstrom in den Weilbacher Ortskern zu drosseln. Dazu sei die geplante Ampelanlage am Ortseingang aus Richtung Wicker unerläßlich. Dass einige Anwohner wegen der dabei wegfallenden Parkplätze nicht erfreut seien, könne noch nachvollzogen werden. „ Wieso die Initiative allerdings die Ampel als Maßnahme für mehr LKW Verkehr ansieht und dies auch noch mit dem nächtlichen LKW-Verkehr begründet, bleibt Ihr Geheimnis. Denn gerade jetzt und ohne Ampel können die LKWs wegen des geringeren nächtlichen Verkehraufkommen problemlos und schnell den Weilbacher Ortskern passieren,“ heißt es in der Erklärung der Flörsheimer Sozialdemokraten.
Genauso unverständlich sind für Gerd Mehler die Unterstellungen der Iniative zum angestrebten zweiten Bauabschnitt der Weilbacher Ortsumfahrung. Die Aufteilung in zwei Abschnitte diene allein der Beschleunigung der Maßnahme. Während für den ersten Abschnitt aufgrund der bereits vorliegenden Planungen im Zuge der großen Umgehungsstraße alle wesentlichen Unterlagen vorhanden seien, fehlten diese für den zweiten Abschnitt vollkommen.“Es gibt keine Trasse, keine Planungen zu Kreuzungsbauwerken und Kurvenradien, keine Umweltgutachten und auch keinen Grunderwerb. Wegen der Nähe zur angrenzenden Siedlung muß außerdem mit gösseren Diskussionen mit den Anwohnern gerechnet werden.Vor diesem Hinter-grund muss der erste Bauabschnitt vorgezogen werden, wenn man den Weilbachern schnell helfen will. Ein Alles oder Nichts würde hier wahrscheinlich zumindest kurzfristig einmal mehr für Weilbach ein Nichts bedeuten,“ meint Gerd Mehler.
Verärgert reagiert Mehler auf den zunehmenden Eindruck einer parteipolitischen Ausrichtung der Initiative. Es sei mehr als verwunderlich, dass CDU und FDP gelobt würden, obwohl die von ihnen geführten Regierungen auf Bundes- und Landesebene eine Beteiligung an der Realisierung der Weilbacher Ortsumfahrung ablehnten. Es müsse sogar davon ausgegangen werden, dass auch nach einem Bau der Ortsum-fahrung die Ortsdurchfahrten weiter als Bundesstrassen eingestuft blieben.
Im Gegenzug würden SPD, GALF und DFB – insbesondere aber der Bürgermeister – heftig kritisiert, obwohl sie bereit seien, trotz der schwierigen städtischen Haushalts-lage die Weilbacher Ortumfahrung aus dem Stadtsäckel zu bezahlen. „Da stimmen einfach die Maßstäbe nicht mehr. Und die Beteiligten sollten wissen, dass Partei-politik weder der Realisierung der Ortsumfahrung noch der Linderung der Weilbacher Verkehrsprobleme und damit schon gar nicht den Weilbachern hilft“, mahnt Gerd Mehler abschliessend.



