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30.01.12
Flörsheim (Höchster Kreisblatt)
100 Prozent für Mehler
Dass die Wahl zum neuen Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins reine Formsache sein würde, war bereits vor dem Aufruf des Tagesordnungs punktes deutlich. "Wer den Gerd nicht wählt, der lebt verkehrt", erklärte Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD). Gemeint war Gerd Mehler, der die Sozialdemokraten rund 40 Jahre lang als Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung anführte. Zu behaupten, dass sich die SPD-Hauptversammlung vor allem um den ehemaligen Wickerer drehte, ist keine Übertreibung. Schließlich war die Versammlung einberufen worden, um Gerd Mehler die weitere Aktivität in der Flörsheimer SPD zu ermöglichen.

"Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, Gerd in adäquater Form im Ortsverein zu halten", erläuterte Wolfgang Pokowietz, der zugunsten Mehlers vom Vorsitz des Ortsvereins zurücktrat. Zuvor hatte Gerd Mehler sein Mandat als Stadtverordneter infolge der "Wohnsitz-Affäre" aufgegeben. Der Sozialdemokrat zog die Konsequenzen daraus, dass sich der gemeinsame Wohnort mit seiner zweiten Ehefrau nicht in Flörsheim befindet. "Es hat keinen Sinn, sich auf ein Spiel einzulassen, das man letzten Endes verliert", erklärte Mehler.

Gerd Mehler habe als Fraktionsvorsitzender und Verhandlungsführer der Flörsheimer SPD Geschichte geschrieben, lobte Wolfgang Pokowietz. Der Ex-Fraktionschef nahm die positiven Worte hin, machte aber gleichzeitig deutlich, dass er sich nicht auf dem Lob ausruhen möchte. "Lobreden haben immer etwas von Abschied an sich", erklärte Gerd Mehler. "Ich denke nicht daran, mich zu verabschieden." So sahen es alle 41 SPD-Mitglieder, die Mehler einstimmig zum Vorsitzenden des Ortsvereins wählten, ein Amt, das er bereits vor über 30 Jahren bekleidete. Die Versammlung bestimmte Wolfgang Pokowietz und Melanie Ernst als neue Stellvertreter.

Laut Mehler könnten die Genossen die Flörsheimer SPD an einen Punkt führen, den sie sich lange gewünscht hat. Der neue Vorsitzende nannte einen "Drei-Stufen-Plan", vor dessen letztem Abschnitt sich die Partei nun befinde. Zuerst habe man es darauf angelegt, den Bürgermeister zu stellen und die Mehrheit von CDU und FDP in der Stadtverordnetenversammlung zu brechen. Nun gehe es als letztes darum, geordnete Mehrheiten für den Rathauschef zu schaffen. "Dafür lohnt es sich zu kämpfen, und ich bin gerne bereit, dabei zu sein", erklärte Mehler.

Obwohl die SPD betont, dass der Bürgermeisterwahlkampf erst nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtshofes zum Nachtflugverbot beginnt, wurde auf der Jahreshauptversammlung schon scharf geschossen: Michael Antenbrink bewerbe sich nicht um den Chefposten im Rathaus, bevor das Amt ausgeschrieben sei, erteilte Wolfgang Pokowietz einen Seitenhieb gegen Ersten Stadtrat Markus Ochs (CDU), der seine Kandidatur bereits im Rathaus abgegeben hat. Statt seiner "Ochsentour" soll sich der Stadtrat und Sozialdezernent lieber um die U3-Betreuung kümmern, erklärte Gerd Mehler

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Wahlkampfauftakt 2011


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